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Die Harvard-Zitation

Irgendwie erwischt man sich ja ständig dabei: Die letzte Sitzung des Seminars im Semester, der Blick auf die Uhr zeigt die näher rückende vorlesungsfreie Zeit und der Dozent bedankt sich für ein angenehmes Semester und gibt letzte Hinweise für die Hausarbeiten, erzählt etwas vom Harvard-Zitieren und schickt dich und deine Kommilitoninnen und Kommilitonen anschließend in die Ferien. Endlich! Doch Moment – Harvard-Zitieren? Was soll das denn schon wieder sein?

Viele Namen für wenig Arbeit

Innerhalb der verschiedenen Wissenschaften gibt es leider diese eine Wissenschaft für sich: Das Zitieren. Gerade Studierende in 2-Fach-Modellen kennen das Problem, dass verschiedene Fächer und Fakultäten mitunter völlig verschiedene Vorlieben haben. Die Recherche für die eigentliche Arbeit wird also erst einmal nach hinten geschoben, schließlich willst du deine Arbeit auch formal richtig erstellen. Dabei kann das Harvard-Zitieren ein ab und an schon in die Irre führen – es ist nämlich unter vielen Namen bekannt: Harvard-Methode, Harvard-System, Harvard-Zitaten oder Autor-Jahr-Zitierweise. Dahinter steckt jedoch immer das Gleiche, nämlich eine der tatsächlich am häufigsten genutzten Zitierweisen. Ihre Herkunft ist schnell aufgedeckt, steht diese doch bereits im Namen.

Anwendung: Wo und wie denn eigentlich?

Das Zitieren im Harvard-Stil ist vor allem bei Sozial- und Naturwissenschaftlern beliebt. Ein Hauptunterschied zu anderen Zitierweisen ist dabei der Verzicht auf Fußnoten. Heißt, dass du mitunter mehr Platz pro Seite für deinen Fließtext hast – ob das nun ein Fluch oder Segen ist, überlassen wir deiner Vorliebe. Der Verzicht auf Fußnoten im Harvard-Zitieren zieht natürlich eines nach sich: Den Literaturhinweis musst du in deinen Text einfließen lassen. Doch auch da zieht die amerikanische Elite-Universität die Sparsamkeit der Vollständigkeit vor. An geeigneter Stelle verweist du nämlich nur auf den Nachnamen der Autorin oder des Autors, das Erscheinungsjahr und die Seite, von der du zitierst. Ziehen wir einmal ein fiktives Buch zu Rate geschrieben von Max Mustermann im Jahr 2013 mit dem Titel „Die schönsten Zitate“. Möchtest du darauf verweisen, dann sähe das im Fließtext in etwa so aus:

Heureka gilt gemeinhin als schönes Zitat, so Mustermann (2013, S. 420). Oder:
Heureka gilt gemeinhin als schönes Zitat (Mustermann 2013, S. 420). Oder:
Heureka gilt gemeinhin als schönes Zitat (Mustermann 2013: 420).

Dies funktioniert natürlich nur, wenn du im Literaturverzeichnis nicht noch ein Werk von Erika Mustermann von 2013 aufführst. Aus deiner Angabe muss also eine eindeutige Zuordnung möglich sein.

Das Harvard-Zitieren: Zum Glück gibt es Sonderfälle!

Du siehst: Harvard-Zitieren sieht nach einer schnellen und einfachen Variante aus. Aber es gibt natürlich auch hier Sonderfälle, die deine Arbeit erschweren können. Grundsätzlich gilt in Vorbereitung deiner Arbeit, dass du dich innerhalb deiner Fakultät oder deines Instituts erkundigst, ob es möglicherweise einen Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten gibt. Schließlich gibt es auch innerhalb der Harvard-Zitation gewissen Spielraum – zum Beispiel, ob zwischen Autor und Jahreszahl ein Komma gehört oder (in unserem Beispiel wurde es weggelassen). Auch mehrere Autoren, das Zitat aus einer Zeitung und viele andere Dinge haben wieder eigene Regeln. Im Zweifel ist neben einem Leitfaden des eigenen Lehrstuhls natürlich die oder der Dozierende immer noch die verlässlichste Quelle.