Beitragsbild

Filme zitieren

„Ich bin dein Vater!“, „Lauf, Forrest, Lauf!“, „Schau mir in die Augen, Kleines!“: Im Alltag auf die Schnelle ein passendes Filmzitat finden? Nichts leichter als das. Doch wie sieht es eigentlich in einer wissenschaftlichen Arbeit aus? In vielen Fächern kann es durchaus vorkommen, dass du aus einem Film zitieren musst. Das kann in unterschiedlichster Form passieren: Benutzt du ein Standbild oder ein Zitat aus einem Filmdialog? Dieser Ratgeber soll dir kurz und knackig erklären, wie du am besten mit dem Medium Film umgehst, was du beachten solltest und wo es möglicherweise Stolperfallen gibt.

Am Anfang war das Wort

Beginnen wir zunächst mit dem Klassiker: Du schreibst eine Seminararbeit über einen Film und möchtest im Text einen Satz oder Dialogausschnitt zitieren. Zur Vorbereitung kannst du dir als Hilfsmittel ein Sequenzprotokoll anlegen, wo du das zu zitierende Gespräch mitschreibst. Wichtig ist auch, dass du dir auf deinem Player anschaust, wann genau das Gespräch stattfindet, also zu welcher Minute und welcher Sekunde. Das Protokoll selbst ist kein Teil deiner Arbeit sondern nur eine Hilfestellung für dich.

Hast du in deinen Text nun das Zitat oder den Dialogausschnitt eingefügt, musst du ihn natürlich noch belegen – zum Glück hast du in deinem Sequenzprotokoll den Zeitabschnitt notiert, den du als sogenannten Timecode unbedingt mit angeben musst. Dein Beleg sieht schließlich wie folgt aus:

Titel (ggf. Untertitel oder Titel der verwendeten Synchronisationsfassung). Regisseur. Produktionsland als Kürzel und Produktionsjahr. TC: Zeitabschnitt des Zitats.

Das sähe bei „The Dark Knight“ beispielsweise so aus:

The Dark Knight. Christopher Nolan. US 2005. TC: 00:14:03-00:15:52.

Filme zitieren ist also gar nicht so schwer. Bei ganzen Szenen oder Standbildern gehst du übrigens ganz genauso vor. Mit dem kleinen Unterschied, dass der Timecode nur aus der tatsächlichen Zeitpunkt besteht, an dem du das Standbild gemacht hast.

Filme zitieren: Ab ins Literaturverzeichnis – oder wohin?

Doch, doch! Auch Filme packst du anschließend ins Literaturverzeichnis. Du musst aber unterteilen und deutlich machen, dass eine Liste der Filme folgt. Auch beim Filme Zitieren gehst du dabei so vor wie mit Literatur. Das heißt auch wenn du aus einem Film mehrere Szenen verwendest, ins Verzeichnis kommt der Film nur einmal. Der Timecode fällt dementsprechend also weg, etwa wie die Seitenzahlen, wenn du ein Buch in das Literaturverzeichnis aufnimmst, aus dem du mehrere Stellen zitiert hast.

Das letzte Wort hat immer das Institut

Bevor du dich aber auf deine Arbeit stürzt: Informiere dich vorher auf der Homepage deiner Fakultät oder deines Instituts, ob es gewisse Regeln für beim Filme zitieren gibt. Vielleicht steht sogar ein Hinweis-Dokument zur Verfügung. Auch mit deinem Dozent solltest du im Zweifel noch einmal sprechen, denn auch formale Fehler gelten als grobe Schnitzer in einer wissenschaftlichen Arbeit. Meistens spielt es keine Rolle, wie oder wo du den Film gesehen hast – DVD, Internet, im Fernsehen oder auf Blu-Ray. Doch gerade Institute für Film- oder Fernsehwissenschaften legen hier beispielsweise Wert drauf. Dort gehört Filme zitieren aber zur täglichen Arbeit, weswegen du auch entsprechende Anleitungen zur Verfügung gestellt bekommst.